Auslandsaufenthalte ermöglichen einen Blick über den Tellerrand, neue Einsichten in bereits bekannte Themen und den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen anderer Kulturen. Mehr als das: von einem möglichst früh international geknüpften Netz profitieren die Wissenschaftler ein Leben lang. Eine wissenschaftliche Karriere ohne einen längeren Forschungsaufenthalt im Ausland ist heute kaum noch denkbar.
Auslandsaufenthalte während der Promotion sollten möglichst frühzeitig geplant werden. Forschungs- und andere längere Aufenthalte machen dann Sinn, wenn sie für die Arbeit unerlässlich sind oder einen deutlichen Mehrwert bieten. Obwohl es nicht ganz einfach ist, eine Finanzierung für einen Auslandsaufenthalt zu erhalten, können Sie mit guten Leistungen sowie etwas Ausdauer Möglichkeiten schaffen. Sprechen Sie am Besten mit Ihrem Betreuer oder Ihrer Betreuerin.
Ist ein Auslandsaufenthalt sinnvoll und Ziel führend, kann seine Länge an die Erfordernisse der Arbeit angepasst werden. Wenige Wochen sind bspw. denkbar im Rahmen von Summer oder Winter Schools, Labor- oder Archivbesuchen, zur Datensammlung, für den Austausch mit anderen Wissenschaftlern im Rahmen von Workshops usw. Kürzere und längere Forschungsabschnitte erlauben Aufenthalte von wenigen Wochen bis mehreren Monaten. Mehrere Monate bis wenige Jahre kann der Aufenthalt bspw. während einer binationalen Promotion (Doppelpromotion oder "cotutelle de thèse") betragen.
Diese Seite bietet einige Hinweise zur Organisation von Auslandsaufenthalten während der Promotion, erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und schließt die Prüfung im Einzelfall nicht aus.
(Kurz-) Auslandsaufenthalt während einer deutschen Promotion
Der erste Ansprechpartner für Forschungsaufenthalte während der Promotion ist Ihr Doktorvater / Ihre Doktormutter. Sie kennen Kolleginnen und Kollegen auf der ganzen Welt, kennen Ihr Forschungsvorhaben und können am ehesten beurteilen, ob und wenn ja, wo Sie gut unterzubringen wären. Sobald Sie mit Unterstützung Ihres Betreuers / Ihrer Betreuerin entsprechende Kontakte geknüpft haben, stellt sich meist die Frage der Finanzierung. Hier sind verschiedene Möglichkeiten denkbar:
Haushalts- / Lehrstuhlgelder: wenn der Auslandsaufenthalt aus Lehrstuhlseite erforderlich ist, kann das Gehalt weiter bezahlt werden und die Reisekosten können entweder aus Lehrstuhlsmitteln oder aus zu beantragenden Drittmitteln bestritten werden. Im ersten Fall erfolgt die Abrechnung als Dienstreise (bis zu drei Monaten). Es wird empfohlen eine Auslands-Krankenversicherung abzuschließen. Während der Dauer der Dienstreise besteht während der An- und Abreise und während der dienstlichen Inanspruchnahme Unfallversicherungsschutz über die zuständige Berufsgenossenschaft. Oft wird der Lehrstuhl jedoch keine Mittel für die Finanzierung des Auslandaufenthaltes verfügbar haben, so dass Sie sich um eine Antragstellung bemühen müssen.
Projektgelder: wenn der Auslandsaufenthalt im Rahmen eines Drittmittelprojekts erfolgt, können seine Kosten gegenüber dem Drittmittelgeber abgerechnet werden, sofern dafür Mittel beantragt und bewilligt wurden.
Stipendiengeber: Oft sind Auslandsaufenthalte für StipendiatInnen gesondert bei Stipendiengebern beantragbar, z. B. bei einigen der Begabtenförderungswerke. Dies erfragen Sie am Besten direkt bei Ihrem Stipendiengeber.
Alle: Sie können ein Jahres- oder Kurzstipendium bspw. beim DAAD beantragen. Auch manche Stiftungen vergeben Kurzstipendien (z.B. die Gottlieb Daimler- und Karl Benz- Stiftung).
Eine Auflistung vieler Stipendiengeber finden Sie unter http://www.uni-erlangen.de/internationales/wege-ins-ausland/studium/externe-angebote.shtml
Fachkurse im Ausland
Doktorandinnen und Doktoranden können sich beim DAAD um ein Stipendium zum Besuch von Fachkursen im Ausland bewerben, sofern diese mindestens 5 Tage und höchstens 6 Wochen dauern. Die Stipendien berücksichtigen die unterschiedlichen Gegebenheiten im jeweiligen Gastland und dienen der Deckung der durch den Auslandsaufenthalt entstehenden Kosten. Außerdem werden Kursgebühren bis zu einer Höhe von max. EUR 650,- getragen.
Bewerben können sich Graduierte und Doktorand/innen aller Fächer mit Ausnahme Musik.
Promotion im Ausland
Wenn Sie die komplette Promotion im Ausland absolvieren möchten, ist viel Eigeninitiative gefragt. Bitte wenden Sie sich hierzu direkt an die geplante aufnehmende Institution.
Weitere Informationen an der FAU:
Konferenzreisen ins Ausland
Stipendienprogramme externer Organisationen
Referat für Internationale Angelegenheiten
International Office der Technischen Fakultät
Internationales Büro der Philosophischen Fakultät und Fachbereich Theologie
Büro für Internationale Beziehungen am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften
Referat F1, Bereich EU-Forschungsförderung

